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Kein Therapieplatz zu finden? Krankenkassen übernehmen Kosten für Privatpraxen.

 
Finden Sie keinen Therapieplatz bei Psychotherapeuten, die mit den gesetzlichen Kassen abrechnen? Sie müssen nicht monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen. Unter bestimmten Bedingungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse Kosten für psychotherapeutische Heilpraktiker in Privatpraxen. Diese rechnen "privat" ab, d.h. die Kosten werden selbst bezahlt bzw. ggf. bei einer privaten Krankenkasse vom Versicherten eingereicht und abgerechnet.
 
Die genaue Vorgehensweise hat die Bundespsychotherapeutenkammer beschrieben: http://www.bptk.de/uploads/media/20… (Link vom 01.07.2017). Hier kurz zusammengefasst:
 
1. Einen Termin bei einem Psychotherapeuten (der mit gesetzlichen Kassen abrechnet) vereinbaren zu einem Vorgespräch. Im Vorfeld am Telefon ggf. bereits erläutern, dass man keinen Therapieplatz findet und zu einer Privatpraxis gehen möchte. Der Psychotherapeut erstellt am Ende des Termins eine Bescheinigung, in der steht, dass er in absehbarer Zeit keine Termine frei hat, und welche Therapie er empfieht. Zudem, dass er ggf. eine sogenannte "Richtlinienpsychotherapie" (von der Krankenkasse anerkannte Therapien, z. B. Verhaltenstherapie) für notwendig hält.
 
2. Nun telefoniert man mit verschiedenen Psychotherapeuten mit der Bitte um einen kurzfristigen Therapieplatz. Sollten 3-5 Praxen keinen freien Platz anbieten können, ist es möglich, zu einer Privatpraxis (Heilpraktiker Psychotherapie) zu gehen. Die vergebliche Suche muss protokolliert werden (handschriftlich auf einem Zettel): Name des Psychotherapeuten, Tag der Kontaktaufnahme, Dauer der Wartezeit auf einen Therapieplatz.
 
3. Wenn eine Privatpraxis gefunden wurde, sollte ein Psychotherapeut dies abermals mit einem Formular bestätigen.
 
4. Abschließend erfolgt der Antrag zur Kostenübernahme bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Diesen stellt der Versicherte. Bitte setzen Sie sich dazu mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung. Die Bescheinigungen und das Protokoll über die vergebliche Suche nach einem kurzfristigen Therapieplatz schicken Sie dort hin.
 
Diese Vorgehensweise erscheint vielleicht erstmal umständlich, doch sicher sinnvoller, als - bei ggf. hohem Leidensdruck - ewig auf eine Therapie zu warten.
Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
 
www.panda-psychotherapie.de Anna Zerhusen, 30.06.2017

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